Welche Rolle können digitale Lösungen in der steuerlichen Praxis übernehmen? Wie können neuere IT-Systemen bei der Steuerplanung unterstützen und die Arbeit von Steuerexpertinnen und -experten erleichtern? Diesen und weiteren Fragen gehen Studierende an der TU Chemnitz ab Ende April 2021 in Fallstudien im “Tax Technology Projekt 2021” nach. Es ist Ergebnis der Kooperation des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung und mgm.

Im Rahmen des Seminars werden sich die teilnehmenden Studierenden mit der Bewertung von Grundvermögen aus bilanz-, grunderwerb- sowie erbschaft- und schenkungsteuerlicher Sicht und dem vereinfachten Ertragswertverfahren beschäftigen. Darauf aufbauend entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ganz praktisch am Computer digitale steuerliche Lösungen, die bei den entsprechenden Bewertungen unterstützen sollen. Dabei nutzen sie  die Modellierungs- und Designumgebungen von A12, der Enterprise Low Code-Plattform von mgm. Mithilfe der Software können ohne Programmierungskenntnisse die genannten Sachverhalte modelliert werden.

Die Projektbeschreibung auf der Webseite des Lehrstuhls bringt es auf den Punkt: „Die Veranstaltung eignet sich für alle Studierende, die einmal ganz direkt kennenlernen wollen, welche aktuellen Tendenzen es im digitalen Business gibt.“

Ziel: Prozesserfahrung sammeln und IT-Hemmschwelle überwinden

Für Prof. Dr. Silke Hüsing, seit 2008 Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, ist die Kooperation ein „Testballon“, den sie mit Spannung erwartet. „Die Studierenden sollen eine Prozesserfahrung machen, das heißt ein steuerrechtliches Thema zu durchdringen, zu strukturieren und mit Blick auf seinen steuerplanerischen Gehalt grundsätzlich zu durchdenken“, erklärt sie. Wenn man die identifizierten Strukturen und die erdachten Modelle darüber hinaus in einer digitalen Umgebung bauen könne, die hinterher die Arbeit erleichtert, entstehe ein Erfolgserlebnis. Und sie ergänzt: „Ganz grundsätzlich möchte ich es unterstützen, dass die Studierenden die Hemmschwelle zu IT überwinden, damit sie in der Lage sind, im späteren Berufsleben datengetriebene Geschäftsmodelle von Mandaten besser zu verstehen und den Einsatz von IT zur Erstellung der Steuerberatungsleistung selbst beurteilen zu können.“ Hüsings Hypothese: So wird die Einstellung erfahrbar, nicht Sklave, sondern Herr des Instruments zu sein und Vorzüge und Möglichkeiten digitaler Helferlein selbst zu bestimmen.

Einführung in A12 und Support durch Business Analysten und Steuerexperte

Von Seiten mgm bekommen die Studierenden eine allgemeine Einführung in die Funktionsweise, Systematik und Logik der modellbasierten Entwicklung, sodass sie die A12-Tools eigenständig bedienen können. Während des Seminars stehen zudem erfahrene Business Analysten sowie der mgm Steuerexperte Uli Weber für einen Austausch, Support und Fragen bereit.

Die TU Chemnitz ist nach der Universität Leipzig und der TU Dresden die drittgrößte Universität in Sachsen. Knapp 10.000  Studierende sind an den acht Fakultäten und dem Zentrum für Lehrerbildung eingeschrieben. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften feierte 2018 ihr 25-jähriges Bestehen und ist akademische Heimat für rund 1.500 Studierende.

Im Nachgang des Seminars ist eine gemeinsame Publikation der Arbeitsergebnisse geplant.

Bildquelle: Jacob Müller, TU Chemnitz

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